Food zu fast? Dann nur fast Food
«Wo liegt die Tempolimite von Fast Food?» Die Frage von Manol L. aus Köniz beschleunigt gedanklich in zwei Sekunden von 0 auf 100 – und ist damit ein gefundenes Fressen für die Askforce, die sich meisterlich aufs Spiel mit intellektuellem Schleifpunkt und kultiviertem Zwischengas versteht. Schliesslich geben wir seit über 25 Jahren mit diebischem Vergnügen Gummi, um der geneigten Leserschaft mit beharrlichem Umkreisen auch noch der abwegigsten Frage unauslöschliche Donuts ins Hirn zu brennen.
Apropos Donut. Dieses US-Fast-Food dürfen Sie in der Schweiz ungestraft verdrücken, auch wenn Sie dabei mit 120 Sachen über die Autobahn brettern. Vorausgesetzt, Sie benötigen dazu nur eine Hand. Das Verspeisen von Schnecken nach Burgunder Art hingegen – obwohl der Inbegriff von Slow Food – kann Ihnen bereits bei Schritttempo (Ihres Autos, nicht der Schnecken) eine nahrhafte Busse einbrocken. Der Grund: Sie brauchen zum Verzehr der Weichtiere beide Hände, müssen also das Lenkrad loslassen, und die kleckernde Knoblauchsosse kann Ihre Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit zur Schnecke machen. Beides verstösst gegen Artikel 3 der Verkehrsregelnverordnung (VRV). Falls Sie sich jetzt fragen, wie es mit einem mit Burgunderschnecken gefüllten Donut in der Tempo-30-Zone aussieht – das wäre ein «all you can eat»-Buffet für Juristinnen und Juristen, aber in unserem Fall nicht zielführend.
Hilfreicher ist ein Blick zurück in die Anfänge der Menschheitsgeschichte. Schon unsere stark behaarten Vorfahren verliessen sich bei der Gazellenjagd auf die Faustregel: Ist dein Essen schneller als du, wird es nicht dein Essen. Oder neudeutsch ausgedrückt: Ist das Food zu fast, ist es nur fast Food. Das Fiese am Ganzen: Im Kern sind wir immer noch Urmenschen und darauf programmiert, uns den Bauch vollzuschlagen, wenn wir Essen sehen. Blöd nur, dass modernes Fast Food unser Sättigungsgefühl überlistet, weshalb wir schneller fett werden, als eine Juristin mit vollem Mund Verkehrsregelnverordnung (VRV) nuscheln kann.
Eine Art inoffizielle Tempolimite gibt es übrigens in den USA, wo sonst. Dort stellte Joey Chestnut 2021 einen Rekord auf, indem er in zehn Minuten sage und schreibe 76 Hotdogs verschlang. Das ergibt eine Geschwindigkeit von 7,6 Hotdogs pro Minute. Wobei es sich beim Wert von 7,6 Hd/min natürlich nicht um eine vom Gesetzgeber festgesetzte Tempolimite handelt, sondern eher um die Grenzen des Menschenmöglichen.
Oder wie die Amerikaner sagen würden: The Übelkeit is the limit.
Askforce Nr. 1253,
14. September 2026